Emilies Anruf - Das Wunder von Berlin

Die Geschichte in Kurzform:


Der Brief wurde von mir geschrieben und von lille-girl übersetzt.

Dann warten.

Dann, plötzlich und unverhofft: Eine Antwort von Indochine!

Ja, wir möchten gerne eine Gruppe unserer deutschen Fans kennenlernen!


Auf die Fassungslosigkeit folgten Wochen voller kleiner und großer Herausforderungen: Die Aktion musste geheim bleiben, kein Post im Forum erlaubt, keine Erwähnung unter Facebook o.ä.


Die Fans zusammenstellen, Gruppe erweitern und wieder verkleinern, E-Mail-Verteiler und Excel- Tabellen und immer wieder kleine Nachrichten ins beste französisch übersetzen, Fans enttäuschen, Liste verkleinern, weiter auf Geheimhaltung achten und so weiter...egal, ich hab Tag und Nacht im Kopf dazu Gedanken gehabt und auch Ängste.


Ich hatte in dem Brief einige Ideen eingebaut, worauf man vielleicht von Indo-Seite her anspringen könnte.


Das größte Risiko war die taktische Idee, eine Teilnehmerzahl von 10 Personen zu versprechen (da ich wusste, dass dies eine sogenannte „magische Gruppengröße“ von Fans ist). Wohlwissend, dass ich im Erfolgsfall gerne so viele Fans wie möglich mit der Aktion erfreuen möchte. Also war die Geschichte dann so: 10 anmelden, auf 15 hochverhandeln, das wurde von Indo plötzlich auf 10 gekürzt, dann haben wir die Zahl auf 12 hochverhandelt und sind gestern dann mit 14 einmarschiert. Ein Nervenspiel – und das ganz sicher nicht nur für mich. Nochmal durchhalten würde ich das nicht.


Höhepunkt war dann wohl der Moment, als gestern der Manager ganz laut „douze!“ schrie.


Egal, es hat geklappt, keiner hat sich verplappert, konspiratives Treffen bei McDonalds, Risikofaktor „hunderte andere campierende Fans vor dem Eingang“, warten auf den erlösenden Anruf von Emilie, Marsch der Gladiatoren durch die wartenden Fans, Zitterpartie im Eingangsbereich, Wegboxen von Fans die noch mit reinhuschen wollten...aber dann hatte jeder seinen Aufkleber „ALL ACCESS“ und wir umarmten uns und plötzlich waren wir drinnen.


Beginn des Soundchecks, der sich verwandelte in ein kleines Privatkonzert für unsere Gruppe, wir tanzten und feierten und dann kam Nicola und begrüßte jeden mit Namen und schüttelte die Hände, Fotos, Autogramme, naja da soll jeder seine eigene Geschichte hier noch erzählen.


Glaubt mir sicher kaum jemand, aber ich hätte gerne jeden Fan mitgenommen, so war es ein Kompromiss, der aber an vielen Stellen doch glückliche Stunden bereitete. Trotzdem habe ich dabei ganz sicher auch Riesen-Fehler gemacht, aber es war zumindest für mich aussichtslos, das zu verhindern, trotz Telefonaten mit Fans und dem Versuch, alle richtigen zu treffen. Sorry, das war aber dann mein Schicksal als Briefschreiber und ich muss damit leben.


Hätte jemand anders den Brief geschrieben und ich wäre nicht dabei gewesen...hart. Und so hatte ich plötzlich eine Menge Ideen von vielen Leuten auf den Tisch bekommen, wie ich die emotionale "Verdientheit" dabei zu sein bemessen solle, Kilometer, Konzertbesuche, Mitgliedszeit Forum, Herzblut, private Sorgen, wahre Fans, echte Fans, verdiente Fans, in den letzten Jahren im Forum gepostet oder nicht, vor 10 Jahren schon gepostet, wer die letzte Platte doof fand, wer die letzte Platte mochte...letztendlich blieb mir in dieser Frage nur die Erkenntnis, dass diese Frage keine gute Antwort erhalten wird. 10 Personen minus mich und meine Frau waren acht, da begannen die Probleme...Ich entschuldige mich aufrichtig für die ungenügende Lösung.


Es gibt noch so viele Randgeschichte um unser Erlebnis, postet es gerne alles hier, mir fallen immer wieder Bruchstücke ein, alleine das Nico im Radiointerview erzählte, dass er uns treffen wird, dass die Forum-Flagge von Indo veröffentlicht wurde....


Auf dem Foto hier zwei nicht unwesentliche Personen unseres gestrigen Nachmittags: Emilie und der Sänger von Indochine.


Letzte Nacht fielen Tonnen von meinen Schultern, anstrengend wars und ich bin doch raus aus dem Alter, so Dinger zu planen.


Stolz bin ich auf meine Excel-Tabelle, denn als gestern der Manager noch zwei von uns rauswerfen wollte und die Excel-Tabelle der Teilnehmer erblickte, da sagte er plötzlich „ok“.


Nun fühle ich mich erleichtert, aber auch melancholisch, ich trete eine kleine Indo-Pause an und bereite mich nun auf die Geburt unseres Kindes vor, das gestern ja schon mal eine ordentliche Ladung guter Musik im Bauch abbekommen hat.


Ich habe nur einen Brief geschrieben, das Forum ist die Erfolgsgeschichte in dieser Story...


Wer dabei war: Was war Euer Moment in dem „Wunder von Berlin“?


Hier der Brief.

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Sie hat die ganzen Sachen übersetzt, ich kann auf französisch grad mal ein Bier bestellen...


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